zu Kreuze kriechen
Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer. Schriftlich bezeugt seit 1696.
Bedeutung
- sich trotz versuchten Widerstands schließlich demütig unterwerfen
Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.
So wird sie gebraucht
„2013 ließen örtliche Großfarmer […] eine Giftgasattacke fliegen. Tonnenweise Pflanzenschutzmittel wurden mit einem Flugzeug über der Siedlung der Kleinbauern ausgekippt, die daraufhin Hautschäden und Atemnot bei örtlichen Ärzten registrieren ließen. Dann wuchs sechs Monate lang in der Gegend nichts mehr: kein Mais, keine Bananen, kein Maniok, keine Limonen. Die Kleinbauern der Siedlung mussten zu Kreuze kriechen: Sie arbeiteten einige Zeit lang wieder als Tagelöhner auf den nahen Großfarmbetrieben.“
Thomas Fischermann: Giftgasattacke im Bauerndorf, in: Zeit Online (2016)
Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.
Überlieferte Fassungen
Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.
- Deutsch
Zu Kreuze kriechen.
- Französisch
Faire le chien couchant.
Beleg: Starschedel, 100 - Lateinisch
- In tergore bovis desedit.
- Subjugem ire mittere.
Herkunft und Erläuterung bei Wander
In Pommern: To Krüz krupen. ( Dähnert, 258 a . ) Sich demüthigen, das ist schon schlimm; schlimmer aber ist's, wenn man zum „Kreuze“ (d. h. Orden) kriecht.
Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Kreuz“.
Seit wann sie belegt ist
Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1696 bei Hübner, Johann, „Poetisches Handbuch: Das ist/ Ein vollständiges Reim-Register …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „Zu Kreuze kriechen“; das Korpus kennt sie an 41 Stellen.
Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.
Woher der Beleg stammt
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Kreuz“, Nr. 184 (von Wander als Redensart markiert).
Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.
Weitere Fundstellen bei Wander
Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.
Band 2, „Kreuz“, Nr. 44
- Deutsch
Es ist besser zu Kreuze kriechen, als sich den Kopf einstossen.
Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt
- [1]redensarten-index.de, Stichwort „zu Kreuze kriechen“
- [1]Duden: Redewendungen, 4. Auflage, „Kreuz: zu Kreuze kriechen“, Seite 437.
- [1]Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, 2. Auflage, „Kreuz: Zu Kreuze kriechen“, Seite 890.
Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.
In denselben Sprachen überliefert
Diese Wendungen sind bei Wander in denselben Sprachen belegt — ein Weg durch den Bestand, keine Bedeutungsnähe.
- ab durch die Mitte
- Deutsch
- Mittelniederdeutsch
- Französisch
- Spanisch
- +2
- aller guten Dinge sind drei
- Deutsch
- Französisch
- Niederländisch
- Lateinisch
- auf den Busch klopfen
- Deutsch
- Französisch
- Lateinisch
- auf den Hund kommen
- Deutsch
- Italienisch
- Mittelhochdeutsch
- Tschechisch
- +7
- aus der Haut fahren
- Deutsch
- Lateinisch
- Französisch
- Niederländisch
- Ausnahmen bestätigen die Regel
- Deutsch
- Englisch
- Französisch
- Niederländisch
- +3
Fassungen in: Französisch · Lateinisch