redequell

Jede Angabe mit Beleg

auf den Hund kommen

Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer. Schriftlich bezeugt seit 1848.

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

So wird sie gebraucht

Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Herkunft und Erläuterung bei Wander

Wenn zwei oder mehrere ein und dasselbe Ding besitzen oder geniessen wollen, so kommt es unter ihnen leicht zu Streitigkeiten. Wie derselbe Gedanke bei den verschiedensten Völkern hier unter diesem, dort unter einem andern Bilde sprichwörtliche Gestalt gewonnen hat, zeigt auch dies Sprichwort. Das Deutsche hat den Hund zum Bilde gewählt, aber auch den Hahn. Wir sagen ebenso: Zwei Hähne auf Einem Misthaufen vertragen sich nicht. Derselben Ansicht sind Albanesen, Czechen, Dänen und Litauer; und ähnlich sagt der Toscaner: Zwei Hähne befinden sich nicht wohl in Einem Hühnerhause. Der Venetier: Zwei Hähne auf Einem Hühnerhofe beissen sich. Der Pole hat statt der Hähne, die sich nicht vertragen, zwei Kater an Einem Ort; der Russe: zwei Bären in Einer Höhle oder zwei Wölfe in Einem Wald. Der Spanier sagt: Zwei Sperlinge auf Einer Kornähre vertragen sich nie. Der Czeche sagt auch: Ein Haus leidet nicht zwei Herren. In Afrika heisst es: Zwei Könige sitzen nicht in Einer Stadt; und der Hebräer fragt: Ist es möglich, dass zwei Könige sich einer einzigen Krone bedienen können? In Böhmen behauptet man: zwei Köchinnen in Einer Küche und zwei Hähne auf Einem Düngerhaufen taugten nicht. Dur Russe sagt: Zwei Schafsköpfe legt man nicht in Einen Kessel. Der Däne bemerkt: Zwei Herren, zwei Hähne und zwei Narren in Einem Haus können sich nicht vertragen; dasselbe bemerkt der Ruthene in Galizien von zwei Hähnen, zwei Rauchsäulen und zwei Herren. Der Hebräer drückt denselben Gedanken mit dem Worte aus: Zwei Krähen schlafen nicht auf Einem Brete. Und in Afrika vernimmt man wieder die Worte: Zwei grosse Fische trinken nicht Wasser an Einer Felsenschlucht, wie: Zwei Krokodile leben nicht in Einer Höhle.

Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Hund“, Nr. 1361 — siehe unten bei den weiteren Fundstellen.

Seit wann sie belegt ist

Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1848, „Neue Rheinische Zeitung: Organ der Demokratie: Nr. 74 …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „Auf den Hund kommen“; das Korpus kennt sie an 11 Stellen.

Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Hund“, Nr. 1378 (von Wander als Redensart markiert).

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Weitere Fundstellen bei Wander

Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.

Band 2, „Hund“, Nr. 1750

Band 2, „Hund“, Nr. 712

Band 2, „Hund“, Nr. 1717

Band 2, „Hund“, Nr. 1361

Band 2, „Hund“, Nr. 716

Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt

Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.

Die deutschsprachige Wikipedia hat einen Artikel über diese Wendung: Auf den Hund gekommen (Redensart).

Wendungen mit demselben Bild

Gemeinsam ist das Wort, nicht zwingend die Bedeutung.