redequell

Jede Angabe mit Beleg

wer A sagt, muss auch B sagen

Ein Sprichwort: ein Satz, der für sich steht und eine Erfahrung ausspricht. Wander führt sie 1867 als Sprichwort. Schriftlich bezeugt seit 1796.

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

So wird sie gebraucht

Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Herkunft und Erläuterung bei Wander

Wird in Breslau, besonders, wenn nicht ausschliesslich, in Studenten- und Gelehrtenkreisen in Fällen angewandt, wo jemand etwas, wonach er gefragt wird, nicht weiss. Man er zählt die Entstehung des Sprichworts so. Der Prof. Elvenich soll die Gewohnheit gehabt haben, auch die Candidaten, die sich vorzugsweise den Realwissenschaften zugewandt haben, speciell in der Philosophie zu prüfen. So verlangte er einst von einem Candidaten der Naturwissenschaften, derselbe solle ihm den Inhalt des ersten Buchs von Kant's Kritik der reinen Vernunft angeben. Dieser erklärte, dass er damit nicht bekannt sei, worauf Prof. Elvenich erwiderte: „Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.“ Er fragte dann in derselben Weise nach dem Inhalt des zweiten Buchs, und da dieselbe Antwort erfolgte, bemerkte der Professor wieder: „Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.“ Dies oder Aehnliches soll wiederholentlich vorgekommen und auf diese Weise das Sprichwort entstanden sein.

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Sagen“, Nr. 6 — siehe unten bei den weiteren Fundstellen.

Seit wann sie belegt ist

Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1796 bei Guts Muths, Johann Christoph Friedrich, „Spiele zur Übung und Erholung des Körpers und Geistes: für …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „wer A sagt muss auch B sagen“; das Korpus kennt sie an 5 Stellen.

Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1, Leipzig 1867–1880. Stichwort „A“, Nr. 10.

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Weitere Fundstellen bei Wander

Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.

Band 3, „Sagen“, Nr. 150

In Hamburg: De en dingk secht, de moth bewyszen. ( Lappenberg, 277, 190. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Sagen“.

Band 3, „Sagen“, Nr. 86

Band 3, „Sagen“, Nr. 158

Wer etwas behauptet oder eine Klage anhängig nacht. Im Ostfriesischen: De dair secht und settet, de moit bewiesen. ( Wicht, I, 27, 59. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Sagen“.

Band 3, „Sagen“, Nr. 6

Band 3, „Sagen“, Nr. 61

Wenn man nämlich etwas Gutes zu sagen hat; vielleicht lassen dann andere etwas weniger Gutes ungesagt.

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Sagen“.

Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt

Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.

In denselben Sprachen überliefert

Diese Wendungen sind bei Wander in denselben Sprachen belegt — ein Weg durch den Bestand, keine Bedeutungsnähe.

Fassungen in: Französisch · Lateinisch