redequell

Jede Angabe mit Beleg

Haare auf den Zähnen haben

Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer. Schriftlich bezeugt seit 1715.

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

So wird sie gebraucht

Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Herkunft und Erläuterung bei Wander

Diese Redensart soll daher kommen, dass die Alten, um zu wissen, ob ein Jüngling vierzehn Jahre alt sei, ihm unter die Nase griffen, ob er Haare auf den Lippen habe. Später nahm man das Wort Zähne für Lippe. In seinem Fache erfahren, geübt sein, viel Kraft, Erfahrung, Kenntniss besitzen. – Ostfriesisch: Hôr up'r Täne hebb'n. ( Eichwald, 1903. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Haar“.

Seit wann sie belegt ist

Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1715 bei Marperger, Paul Jacob, „Getreuer und Geschickter Handels-Diener: Jn welchem …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „Haare auf den Zähnen haben“; das Korpus kennt sie an 9 Stellen.

Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Haar“, Nr. 241 (von Wander als Redensart markiert).

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Weitere Fundstellen bei Wander

Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.

Band 2, „Haar“, Nr. 234

„Keck und rasch sein mit Worten, wie ein Soldat mit grossem Schnurrbart.“

Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Haar“.

Band 2, „Haar“, Nr. 186

Besitzt Erfahrung und Kenntnisse. Weil der Bart im männlichen Alter kommt und mit diesem auch in der Regel der Verstand. Der Spanier sagt von einem Hartherzigen: Er hat Haare auf dem Herzen. Die Franzosen von einem faulen Arbeiter: Er hat Haare in der Hand. (Avoir du poil du milieu de la main. Leroux, II, 2. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Haar“.

Band 2, „Haar“, Nr. 299

Zu ergänzen, soll oder wird das geschehen, d. h. nie.

Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Haar“.

Band 2, „Haar“, Nr. 63

Vorsicht beugt der Reue vor.

Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Haar“.

Band 2, „Haar“, Nr. 254

Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt

Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.

In denselben Sprachen überliefert

Diese Wendungen sind bei Wander in denselben Sprachen belegt — ein Weg durch den Bestand, keine Bedeutungsnähe.