redequell

Jede Angabe mit Beleg

steter Tropfen höhlt den Stein

Ein Sprichwort: ein Satz, der für sich steht und eine Erfahrung ausspricht. Wander führt sie 1867 als Sprichwort. Schriftlich bezeugt seit 1898.

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

So wird sie gebraucht

Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Herkunft und Erläuterung bei Wander

Das Sprichwort schildert die Macht des Kleinen, wie sie zu mächtigen Wirkungen durch unablässige Wiederholung anschwillt; non vi sed saepe cadendo, nicht durch Gewalt, sondern durch beharrliches Aufschlagen. Eine neue Erfindung, das in der Wiener Weltausstellung 1873 aufgestellte, von dem Amerikaner Tilphmann erfundene, Sandgebläse liefert für diese Macht des Kleinen einen neuen Beleg. Vgl. den Artikel: Wie Zwerge Riesenarbeiten verrichten in der Gartenlaube, 1873, Nr. 43. „Vom stets fallenden Tropfen bekommt, so sagt man im Sprichwort, Aushöhlungen ein Stein und Vertiefungen.“ ( Bion, Griech. Lyriker. ) „Leise tröpfelnd dringt der Regen endlich auch in Marmor ein.“ ( Gotter. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Tropfen (Subst.)“, Nr. 8 — siehe unten bei den weiteren Fundstellen.

Seit wann sie belegt ist

Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1898 bei Pataky, Sophie, „Lexikon deutscher Frauen der Feder: Eine Zusammenstellung der …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „steter Tropfen höhlt den Stein“; das Korpus kennt sie an 3 Stellen.

Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 4, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Tropfen (Verb.)“, Nr. 2.

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Weitere Fundstellen bei Wander

Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.

Band 4, „Tropfen (Subst.)“, Nr. 29

Band 4, „Tropfen (Subst.)“, Nr. 15

Die Russen: Viel Reglein zerbrechen auch zuletzt den Quaderstein. ( Altmann VI, 398. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Tropfen (Subst.)“.

Band 4, „Stein“, Nr. 126

Band 4, „Tropfen (Subst.)“, Nr. 8

Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt

Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.

In denselben Sprachen überliefert

Diese Wendungen sind bei Wander in denselben Sprachen belegt — ein Weg durch den Bestand, keine Bedeutungsnähe.