redequell

Redewendungen und Sprichwörter, jede Fassung mit Beleg

Schwein haben

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Grosses Glück. Das ist Schwein! Das ist mehr als Schwein! Ausruf des Erstaunens, wenn jemand grosses oder ausserordentliches Glück hat. Im Kladderadatsch (1873, Nr. 51) liest man unter Kösen: „Zu Kösen auf dem Bahnhof, wie speist man da so fein! Man wickelt Butterbemmen in Actien dort ein. Von Dortmund sind's die vollen, noch siehst den Stempel du; auch schrieb man hundert Thaler gar säuberlich dazu. Zu Kösen auf dem Bahnhof im Hundertthalerschein ein Brot mit Schweinebraten, das nenn' ich doppelt Schwein!“

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schwein (s. Ferkel und Sau)“.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 4, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Schwein (s. Ferkel und Sau)“, Nr. 223 (von Wander als Redensart markiert).

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Weitere Fundstellen bei Wander

Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.

Band 4, „Schwein (s. Ferkel und Sau)“, Nr. 224

Der Name dieses Thiers ist bei uns als Scheltwort für unsaubere, gefrässige und dergleichen Personen sehr in Brauch. Auch im alten Rom hatte sich die Benennung dieses Thiers unter die Schimpfwörter eingebürgert, doch scheint es der Volksmund nicht so häufig auf menschliche Verhältnisse übertragen zu haben, wie bei uns. Und zwar ist es nicht sus, der naturgeschichtliche Name des Thieres, sondern porcus, das Hausschwein, und auch verres, der Eber, womit man seinem Aerger über jemand Luft machte. Wenn der eingebildete Schulmonarch Rhenimius Palömon den gelehrten Terentius Varro so nannte, wird er wol an keine einzelne Eigenschaft des Schweins gedacht haben. Das Gefrässige des Thiers, beim Menschen in das Genusssüchtige übersetzt, hat dagegen Horaz im Auge, wenn er sich selbst ein Schwein aus der Heerde Epikur's nennt. Mit verres, das auch bei Plautus als Schimpfwort vorkommt, that sich Cicero dem gleichnamigen berüchtigten Prätor von Sicilien gegenüber viel zugute. (Vgl. Römische Schimpfwörter im Ausland, 1871, Nr. 8. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schwein (s. Ferkel und Sau)“.

Band 4, „Schwein (s. Ferkel und Sau)“, Nr. 230

Von jemand, bei dem die sittliche Verderbtheit einen solchen Grad erreicht hat, dass moralischer Schmuz eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn ausübt.

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schwein (s. Ferkel und Sau)“.

Band 4, „Schwein (s. Ferkel und Sau)“, Nr. 209

Von denen, die etwas ohne allen Anstand thun. Wenn der Ungebildete ballmässig erscheinen will.

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schwein (s. Ferkel und Sau)“.

Band 4, „Schwein (s. Ferkel und Sau)“, Nr. 214

Hat Glück, hält's fest.

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schwein (s. Ferkel und Sau)“.

Band 4, „Schwein (s. Ferkel und Sau)“, Nr. 191

Die Russen: Fettes Schwein, fette Schwarte. ( Altmann VI, 391. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schwein (s. Ferkel und Sau)“.

Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt

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