Schuster, bleib bei deinem Leisten
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Bedeutung
- tu nichts, wovon du nichts verstehst; rede nicht über etwas, womit du dich nicht auskennst
Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.
Überlieferte Fassungen
Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.
- Deutsch
Schuster, bleib' bei dein Leisten.
Beleg: Eiselein, 558; Körte, 5414; Masson, 17
Woher der Beleg stammt
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 4, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Schuster“, Nr. 27.
Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.
Weitere Fundstellen bei Wander
Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.
Band 4, „Schuster“, Nr. 8
- Deutsch
Der Schuster bleib' bei seinem Leisten.
Beleg: Curtze, 342, 351 - Tschechisch
Nemudruj švec přes kopyto. – Počitej vojáku rany, a ty pastucho berany.
Beleg: Čelakovsky, 220 - Englisch
Let the cobbler stick to his last. – Who goes worse shod than the shoemaker's wife and the smith's mare?
- Französisch
Chacun doit se mêler de son métier, les vaches sont bien gardées. – Chacun son métier. – Cordonnier, mêle-toi de ta pantouffle.
Beleg: Lendroy, 824 - Niederländisch
Schoenmaker, houd u bij uwe leest.
Beleg: Harrebomée, II, 256 a - Lateinisch
Felices artes futuras, si soli artifices de iis judicarent. – Memento in pellicula, cerdo, manere tua. – Ne sutor supra crepidam. – ( Binder I, 1109; II, 2010; Eiselein, 420; Erasm., 88; Frob., 472; Gaal, 1389; Egeria, 147; Fischer, 149, 50; Hauer, Lij; Philippi, II, 20; Seybold, 345; Hanzely, 46. ) – Quam quisque norit artem, in hac se exerceat.
Beleg: Gaal, 1389 · Rhodin, 110 · Quinctilian · Eiselein, 420 - Schwedisch
Skomakare blif wid din läst.
Beleg: Marin, 24; Rhodin, 118; Grubb, 726 - Spanisch
En casa del herrero cuchillo de palo. – Zapatero, á tu zapato.
Beleg: Bohn I, 221 u. 262
„Das man nit sag: Schuster, fahr schon, lass vrtheil vbern Schuh nit gan.“ ( Waldis, II, 33, 37. ) „Tänk an dit Spreckwurd: Sütter, bliif bi din Leesten.“ ( Hansen, 4. ) Die eitle Beschränktheit mischt sich gern in alles. Ein gediegener Kopf verlässt nie die Grenzen seines bestimmten Wirkungskreises; aber er weiss auch, dass die Welt nicht durch seinen Leisten begrenzt ist, dass es jenseits desselben auch noch etwas gibt, und er hat mitunter das Bedürfniss, zu seiner Erfrischung einen Blick hinter seinen Berufsleisten zu thun. Ueberdies muss der Schuster auch bei seinem Leisten sein, wenn er dabei bleiben soll. Ueber die Vorliebe mancher Menschen für einen fremden Beruf vgl. Allgem. Anzeiger der Deutschen, Gotha 1836, Nr. 254. „Bei leisten, drät vnd pech der Schumacher sol bleiben vnd die gelehrten Leut lassen die Bücher schreiben.“ ( Zinkgref, IV, 83. ) Ein Schuhmacher in Siena, der das Sprichwort oft gehört und sich darüber geärgert hatte, stiftete von seinem grossen Vermögen ein Hospital und liess über den Eingang seine Büste anbringen mit der entgegengesetzten Unterschrift: Sutor ultra crepidam = der Schuhmacher geht über den Leisten hinaus. ( Ruppius, Sonntagsblatt, Berlin 1865, Nr. 6, S. 48. ) Das Sprichwort ist schon ein paar tausend Jahre alt und griechischen Ursprungs. Der berühmte Maler Apelles pflegte die von ihm vollendeten Gemälde den Vorübergehenden so zur Ansicht auszustellen, dass er hinter dem Gemälde ihre Urtheile über sein Kunstwerk zu hören vermochte. Ein Schuhmacher tadelte nun einmal, dass die Schuhe auf dem Bilde eine Oese zu wenig hätten. Appelles brachte dieselbe an. Als nun aber derselbe Schuhmacher, stolz, dass infolge seiner Bemerkung die Verbesserung vorgenommen sei, auch den Schenkel zu tadeln sich unterfing, rief der unwillige Maler hinter dem Bilde hervor: Was über den Schuh ist, muss der Schuster nicht beurtheilen. (Vgl. Büchmann, 6. Aufl., S. 157. ) Ein ähnlicher Fall wird vom Maler David erzählt, der auch ein Gemälde ausgestellt hatte, das die Menge bewunderte, während ein Kutscher es mit misfälligem Blick betrachtete. Der Maler, der es bemerkte, fragte nach dem Grunde. „Ja“, sagte er, „der Maler hat ein Pferd mit schaumbedecktem Maul gemalt, obgleich dasselbe keinen Zaum trägt.“ David beseitigte später den Schaum.
Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schuster“.
Band 4, „Schuster“, Nr. 34
- Deutsch
Wenn der Schuster nicht beim Leisten bleibt, so bleiben die Kunden nicht beim Schuster.
Beleg: Briefe aus Berlin; Dove, 417 u. 813
Band 1, „Bleiben“, Nr. 1
- Deutsch
Bleib auf deinem Miste.
Band 1, „Bleiben“, Nr. 5
- Deutsch
Bleib in deiner Haut.
Beleg: Henisch, 413
Band 5, „Bleiben“, Nr. 37
- Deutsch
Bleib du bei dem Deinen, und lass mich bei dem Meinen.
Beleg: Graf, 529, 353
Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt
- [1]
- [1]
- [1] , „Schuster, bleib bei deinem Leisten“, Seite 687 f.
- [1] , „Schuster, bleib bei deinem Leisten“, Seite 186.
Verwandtes
- ab durch die Mitte
- Deutsch
- Mittelniederdeutsch
- Französisch
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- +2
- am Hungertuch nagen
- Deutsch
- Lateinisch
- alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei
- Deutsch
- Dänisch
- auf den Hund kommen
- Deutsch
- Italienisch
- auf dem Holzweg sein
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- auf den Busch klopfen
- Deutsch
- Französisch
- Lateinisch