redequell

Jede Angabe mit Beleg

jemandem die Leviten lesen

Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer.

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

So wird sie gebraucht

Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Herkunft und Erläuterung bei Wander

Ihm ernste Vorhaltungen machen, ihm derb die Wahrheit sagen. Eigentlich die Levitenmesse, weil bei allen geistlichen Stiftern der Vorstand das Sittenrichteramt im Kapitelhause über die jüngere Geistlichkeit ausübte und er, was er in dieser Hinsicht zu bemerken hatte, nach der Messe sagte, die in grössern Stiftern täglich von einem Diakon gehalten wurde. Der disciplinarische Act, welcher der Messe folgte, wurde die „Levitenmesse“ genannt. Man nannte die Diakonen der christlichen Kirche früher auch Leviten. „Sie soll die drüsse vnd peulle bestehen, ik wil jn die Leuiten lesen, sollen sagen, ich sey dagewesen.“ ( Johannes Römoldt , herausgegeben von K. Goedeke in der Zeitschrift für Niedersachsen, 1852, S. 311 u. 389. ) Im Sinne der obigen Redensart sagt man in Warschau jüdisch-deutsch: Er hot mir gegeben, die Welt zü sehen.

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Leviten“.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Leviten“, Nr. 2 (von Wander als Redensart markiert).

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt

Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.

In denselben Sprachen überliefert

Diese Wendungen sind bei Wander in denselben Sprachen belegt — ein Weg durch den Bestand, keine Bedeutungsnähe.

Fassungen in: Französisch · Niederländisch