redequell

Jede Angabe mit Beleg

der Hecht im Karpfenteich

Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer. Schriftlich bezeugt seit 1852.

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

So wird sie gebraucht

Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Herkunft und Erläuterung bei Wander

Es ist ein Irrthum, anzunehmen, diese Redensart rühre vom Prof. Leo in Halle her; sie ist, wie schon Hecht 7 zu ersehen ist, älter. Nur die Anwendung derselben auf Napoleon III. gehört Leo. Und zwar findet sich dieselbe im Volksblatt für Stadt und Land, 1859, Nr. 69, wo es im Monatsbericht für Juni und Juli desselben Jahres heisst: „Im übrigen müssen wir gestehen, dass wir allmählich auch an eine göttliche Mission des Kaisers Napoleon glauben. Wer grosse Fischhaltereien kennt, wird wissen, dass die Karpfen leicht Krankheiten preisgegeben sind, wenn sie gar zu faul im Wasser liegen. Da pflegt man dann nach Bedürfniss Hechte in den Karpfenteich zu setzen, um die Karpfen munter zu erhalten; und da nun einmal Europa zu dem stillen Wasser eines Civilisationskarpfenteichs ausgebildet worden ist und unser Herrgott noch nicht Zeit zu haben scheint zum Jüngsten Tage, hat er einstweilen einen Haupthecht in den Teich gesetzt.“ ( Büchmann, 190. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Hecht“.

Seit wann sie belegt ist

Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1852 bei Alexis, Willibald, „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht oder Vor fünfzig Jahren …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „der Hecht im Karpfenteich“; das Korpus kennt sie an 4 Stellen.

Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Hecht“, Nr. 37 (von Wander als Redensart markiert).

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Weitere Fundstellen bei Wander

Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.

Band 2, „Hecht“, Nr. 32

Als Ergänzung zu Fuchs 365 füge ich folgende Redensarten hier bei. Die Küssen sagen: Den Hecht zum Hüter des Karpfenteichs machen. Die Hechtbrut in den Karpfenteich setzen. – Um diesen Gedanken auszudrücken haben sie noch eine Menge anderer Redensarten, als: Der Nachtigall die Tarakenen anvertrauen. Das Quellwasser in den Sumpf leiten. Dem Wolf das Lamm in Obhut geben. Dem Blinden die Fackel leihen. Die Gans zum Fuchs senden. Das Pech im Schmelzofen aufheben. Das Pferd zum Heuhüter setzen. Dem Lüstling die Curkosen in Obhut geben. – Der Orient ist reich an hierhergehörigen Redensarten als: Den Kebsmann zum Schliesser des Harems machen. Vom Kamel Disteln fordern. Den Heringen den Walfisch zum Lehrmeister geben. Dem Ichneumon die Krokodileier anvertrauen, dem Sperber die Tauben zugesellen. Dem Hai die Rochen überantworten. Den Lichtzieher zum Schah der Sonne, eine Boa zur Hüterin des Pfauenhofs machen u. s. w. ( Altmann VI, 523. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Hecht“.

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