der Zahn der Zeit
Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer. Schriftlich bezeugt seit 1673.
Bedeutung
- zerstörende Kraft der Zeit, die den Verfall und die Abnutzung bewirkt
Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.
So wird sie gebraucht
„Auch die kostspieligen Badeanlagen wurden vom Zahn der Zeit langsam, aber sicher zernagt.“
Rudolf Pörtner: Die Erben Roms (1965)„Denn an vielen brutalistischen Gebäuden nagt mittlerweile der Zahn der Zeit. Sie sind überwuchert, verwittert und weisen Baumängel auf. Außerdem zeigen sie starke Spuren der Vernachlässigung.“
Ana Suhr: Architektur: Sakral brutal, in: Deutschlandradio (2018)„Die Tempelstadt Angkor Wat aus dem zwölften Jahrhundert ist mit einzigartigen Reliefs bedeckt. Doch der Zahn der Zeit zerfrisst den Stein.“
Lena Bodewein: Restauratoren in Kambodscha: Die Tempeldoktoren von Angkor Wat, in: Deutschlandradio (2018)
Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.
Überlieferte Fassungen
Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.
- Deutsch
Der Zahn der Zeit.
- Niederländisch
Het is de vernielende tand des tijds.
Beleg: Harrebomée, II, 323 b
Herkunft und Erläuterung bei Wander
Nach Büchmann (10. Aufl., S. 49) hat Wieland, der erste Uebersetzer Shakespeare's in Deutschland, das in Shakespeare's Mass für Mass, V, 1, vorkommende „tooth of time“ durch wiederholtes Anführen z. B. in den Abderiten, IV, 12, in Peregrinus Proteus, 3. Abschn. unter der Form „Zahn der Zeit“ in die deutsche Sprache eingeführt.
Wanders eigene Erläuterung, Band 5, Stichwort „Zahn“.
Seit wann sie belegt ist
Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1673 bei Lohenstein, Daniel Casper von, „Ibrahim Sultan: Schauspiel auf die glückseligste Vermählung …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „Der Zahn der Zeit“; das Korpus kennt sie an 47 Stellen.
Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.
Woher der Beleg stammt
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Zahn“, Nr. 121 (von Wander als Redensart markiert).
Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.
Weitere Fundstellen bei Wander
Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.
Band 5, „Zeit“, Nr. 136
- Deutsch
Die Zeit hat nicht blos einen Zahn, sie hat auch eine Zunge.
Beleg: Altmann VI, 406
Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt
- [1]redensarten-index.de
- [1]DWDS — Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, Stichwort „Zeit“
- [1]Duden online, Stichwort „Zahn“
- [1]PONS, Stichwort „der Zahn der Zeit“
- [1]Duden: Großes Buch der Zitate und Redewendungen, 2. Auflage, (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Der Zahn der Zeit«.
Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.
Wendungen mit demselben Bild
Gemeinsam ist das Wort, nicht zwingend die Bedeutung.
- Zeit ist Geldgemeinsam: „Zeit“
- Deutsch
- Englisch
- Französisch
- Niederländisch
- +1
Fassungen in: Niederländisch