aus dem Schneider sein
Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer.
Bedeutung
- eine heikle Situation überstanden haben
Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.
So wird sie gebraucht
„Ich ging wieder in mein Zimmer und dachte, ich sei aus dem Schneider.“
Trevor Noah: Farbenblind (2017)„Iſt nicht ſo einfach, wie es ausſieht; iſt man erſt aus dem Schneider, dann ſieht man nicht bloß auf die Hübſchigkeit.“
Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.
Überlieferte Fassungen
Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.
- Deutsch
Er hat (keine) Schneide.
Beleg: Eiselein, 553
Herkunft und Erläuterung bei Wander
Ein hagerer, schmächtiger Mensch. Oft heisst es auch noch: Er war ein Schneider. Dennoch war Johnson Vicepräsident der Vereinigten Staaten und wurde nach Lincoln's Ermordung wirklicher Präsident. Solche Dinge geschehen nicht blos in der Republik. Was ist denn der alte Derfflinger gewesen, ehe er den kurfürstlich brandenburgischen Marschallstab schwang? Ein Schneidergeselle, weiter nichts. Dagegen befand sich unter den Commandanten, welche 1806 die festen Plätze Preussens dem Feinde übergaben, so viel bekannt, so wenig ein Schneidergesell, wie unter den französischen Befehlshabern, welche 1870-71 vor den deutschen Heeren Kehrt machten oder in die Gefangenschaft geriethen.
Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schneider“, Nr. 89 — siehe unten bei den weiteren Fundstellen.
Woher der Beleg stammt
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 4, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Schneide“, Nr. 5 (von Wander als Redensart markiert).
Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.
Weitere Fundstellen bei Wander
Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.
Band 4, „Schneiden“, Nr. 20
- Deutsch · Oberlausitz
Der wird sich schneiden.
Er wird sich getäuscht sehen, die Sache wird fehlschlagen. In Schwaben sagt man statt schneiden: brennen.
Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schneiden“.
Band 4, „Schneiden“, Nr. 28
- Deutsch
Sich schneiden.
In Oberösterreich, um zu sagen: In einen Haufen Menschenkoth treten.
Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schneiden“.
Band 4, „Schneider“, Nr. 89
- Deutsch
Er ist ein Schneider.
Band 4, „Schneider“, Nr. 98
- Deutsch
Schneider sein.
Wer das Unglück hat, bei der Jagd oder beim Spiel „Schneider zu sein“, trifft und gewinnt nichts. ( Westermann, 25, 619. )
Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schneider“.
Band 5, „Schneidergeiss“, Nr. 3
- Deutsch
Du Schneidersgeiss.
Beleg: Ayrer, IV, 2768, 35
Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt
- [1]Duden: Redewendungen, 4. Auflage, Stichwort »Schneider: aus dem Schneider sein«, Seite 661–662.
Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.
Die deutschsprachige Wikipedia hat einen Artikel über diese Wendung: Aus dem Schneider sein.
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