redequell

Jede Angabe mit Beleg

aus dem Schneider sein

Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer.

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

So wird sie gebraucht

Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Herkunft und Erläuterung bei Wander

Ein hagerer, schmächtiger Mensch. Oft heisst es auch noch: Er war ein Schneider. Dennoch war Johnson Vicepräsident der Vereinigten Staaten und wurde nach Lincoln's Ermordung wirklicher Präsident. Solche Dinge geschehen nicht blos in der Republik. Was ist denn der alte Derfflinger gewesen, ehe er den kurfürstlich brandenburgischen Marschallstab schwang? Ein Schneidergeselle, weiter nichts. Dagegen befand sich unter den Commandanten, welche 1806 die festen Plätze Preussens dem Feinde übergaben, so viel bekannt, so wenig ein Schneidergesell, wie unter den französischen Befehlshabern, welche 1870-71 vor den deutschen Heeren Kehrt machten oder in die Gefangenschaft geriethen.

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schneider“, Nr. 89 — siehe unten bei den weiteren Fundstellen.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 4, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Schneide“, Nr. 5 (von Wander als Redensart markiert).

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Weitere Fundstellen bei Wander

Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.

Band 4, „Schneiden“, Nr. 20

Er wird sich getäuscht sehen, die Sache wird fehlschlagen. In Schwaben sagt man statt schneiden: brennen.

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schneiden“.

Band 4, „Schneiden“, Nr. 28

In Oberösterreich, um zu sagen: In einen Haufen Menschenkoth treten.

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schneiden“.

Band 4, „Schneider“, Nr. 89

Band 4, „Schneider“, Nr. 98

Wer das Unglück hat, bei der Jagd oder beim Spiel „Schneider zu sein“, trifft und gewinnt nichts. ( Westermann, 25, 619. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 4, Stichwort „Schneider“.

Band 5, „Schneidergeiss“, Nr. 3

Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt

Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.

Die deutschsprachige Wikipedia hat einen Artikel über diese Wendung: Aus dem Schneider sein.

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