bis hierher und nicht weiter
Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Sprichwort. Schriftlich bezeugt seit 1778.
Bedeutung
- die Grenze des Tolerierbaren ist erreicht
Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.
So wird sie gebraucht
Georg Fahrenschon: "[…] Ich war als Student der Wirtschaftswissenschaften schon bei der CSU engagiert, und meinen Lebensunterhalt habe ich bei einem privaten Fernsehsender verdient. Alles war spannender, als im Hörsaal zu sitzen. Aber meine Frau hat mir die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt: Bis hierher und nicht weiter. Jetzt wird das Studium zu Ende gebracht. […]"
Herlinde Koelbl: Georg Fahrenschon - "Alles war spannender, als im Hörsaal zu sitzen", in: Zeit Online (2013)Friedrich Schiller: „[…] Hat man doch die Giftmischerei beinahe in den Rang einer ordentlichen Wissenschaft erhoben und die Natur durch Experimente gezwungen, ihre Schranken anzugeben, daß man nunmehr des Herzens Schläge jahrlang vorausrechnet und zu dem Pulse spricht, bis hieher[sic!] und nicht weiter! […]“
Schiller, Friedrich: Die Räuber, 2. Akt, 1. Szene; S. 53„Sie dringen in unseren Raum ein und wir weichen zurück. Sie assimilieren ganze Welten und wir weichen zurück. Doch jetzt nicht. Hier wird der Schlussstrich gezogen. Bis hierher und nicht weiter. Und ich, ich werde sie bezahlen lassen für ihre Taten!“.
Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.
Überlieferte Fassungen
Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.
- Deutsch
Bis hierher und nicht weiter.
Herkunft und Erläuterung bei Wander
Jüd.-deutsch : Ad kân ojmrim be-Schabbes ha gudel. ( Warschau. ) Am grossen Sonnabend, welcher dem Osterfeste vorangeht, wird ein Theil der Hagada gelesen und die obigen Worte sind eine Anmerkung in dem Buche, bis zu welcher Stelle gelesen wird.
Wanders eigene Erläuterung, Band 5, Stichwort „Hierher“, Nr. 2 — siehe unten bei den weiteren Fundstellen.
Seit wann sie belegt ist
Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1778 bei Lavater, Johann Caspar, „Physiognomische Fragmente, zur Beförderung der …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „Bis hierher und nicht weiter“; das Korpus kennt sie an 28 Stellen.
Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.
Woher der Beleg stammt
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Hierher“, Nr. 3.
Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.
Weitere Fundstellen bei Wander
Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.
Band 5, „Hierher“, Nr. 2
- Deutsch
Bis hierher, sagt man am grossen Sabbat.
Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt
- [1]redensarten-index.de, Stichwort „bis hierher und nicht weiter“
- [1]Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort „Hierher“
Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.
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