wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein
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Bedeutung
- etwas Übles, das man einem Dritten zufügen will, wendet sich gegen einen selbst
Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.
Überlieferte Fassungen
Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.
- Deutsch
Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Beleg: Müller, 54, 1 - Lateinisch
Qui struit insidias ali, sibi damnum dat ipsi. – Sibi parat malum, qui alteri parat.
Woher der Beleg stammt
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Andere“, Nr. 23.
Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.
Weitere Fundstellen bei Wander
Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.
Band 2, „Grube“, Nr. 6
- Deutsch
Wer einem andern eine Grube grebt, der felt selbst hinein.
Beleg: Schwerin, 34 · Curtze, 349, 434 - Mittelhochdeutsch
Vil dike er selber drinne lît, der dem andern grebt die gruoben. – Wer ain grueb dem andern macht, der vellt selb darein unbedacht.
Beleg: Vintler · Spervogel · Zingerle, 60 - Tschechisch
Kdo jinému jámu kopá, sám do ní padá.
Beleg: Haug - Englisch
Harm watch, harm catch.
Beleg: Gaal, 808 - Französisch
Qui conduit dans le fossé y tombera le premier. – Qui croit guiller Guillot, Guillot le guille. – Qui mal veut à autrui, mal lui prend à lui même. ( Kritzinger, 726 b. ) – Qui souvent s'engeigne soi-même. ( Kritzinger, 272 b. ) – Qui tend un piège, s'y prend le premier. – Tel qui creuse une fosse à un autre, tombe souvent lui-même.
Beleg: Gaal, 808 · Cahier, 755 - Kroatisch
Tko drugomu jamu kopa, sam ce u nju spasti.
- Lateinisch
Effodit foveam vir iniquus, incidet illam. – In auctorem poena redit suum. – Incidit in foveam, qui primus fecerat illam. – In caput auctoris facinus plerumque recundat. – In foveam cecidit, quam fecerat ipse. – Non est lex aequior ulla, quam necis artifices arte perire sua. – Qui alteri exitium parat, eum scire oportet, sibi paratam pestem. – Quicunque fraudes alii tendit subdolas timere debet, ne ipse capiatur dolo. – Qui struit insidias alii, sibi damna dat ipsi. – Sibi parat malum, qui alteri parat.
Beleg: Binder II, 1404 · Gaal, 808 · Binder II, 1432 · Ovid · Binder I, 1168; II, 2165 · Ennius · Binder II, 2751 · Phaedrus · Binder II, 2825 · Binder I, 1499; II, 2814; Seybold, 502 · Haupt, VI, 304, 12 · Binder I, 1626; II, 3141; Faselius, 238; Philippi, II, 181; Seybold, 556; Wiegand, 396 - Polnisch
Kto pod kim dołki kopie, sam w nie wpada.
- Spanisch
Cae en la cueva el que otro á ella lleva. – Quien lazo me armó, en él cayó.
Beleg: Bohn I, 249 · Bohn I, 207 - Ungarisch
Ki másnak verem ás, maga esik belé.
Beleg: Gaal, 808
„Wer ander fordert, wird geschlagen, und wer eim andern gräbt ein Loch, der mus darin abstürzen noch.“ ( Froschm., Ss b. ) Wer eine Grube für den Nachbar macht, heisst's in der Provence, fällt hinein. Die Perser sagen: Die Grube ist auf dem Wege dessen, der sie gräbt. Die Albanesen: Wer dem andern das Grab macht, fällt oft selbst hinein. Ein hebräisches Sprichwort hat denselben Sinn: Wer dem Nachbar den Zaun einreisst, wird von einer Schlange gebissen. Die Türken: Er ist in die Grube gefallen, die er für andere gegraben. ( Reinsberg II, 32 u. 34. )
Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Grube“.
Band 1, „Andere“, Nr. 19
- Deutsch
Wer andere mit Koth wirft, beschmuzt sich selbst.
Beleg: Sprichwörtergarten, 437
Band 1, „Andere“, Nr. 21
- Deutsch
Wer andere strafen will, muss selbst unsträflich sein.
- Lateinisch
Censor omni careat culpa.
Band 1, „Andere“, Nr. 22
- Deutsch
Wer andere tadeln will, muss selbst ohne Mängel sein.
Band 2, „Grube“, Nr. 5
- Deutsch
Mancher felt selbst in die Gruben, die er andern gemacht hat.
Beleg: Lehmann, II, 410, 45 - Mittelhochdeutsch
Im selben gruobet dicke ein man und want eim andern gruobet hân. – Die grove het ich gegravin ich muoz dar selve in varin.
Beleg: Roth · Zingerle, 60 · Boner
Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt
- [1] , Seite 302
- [1]
- [1] Georg Büchmann: Geflügelte Worte. Der Citatenschatz des deutschen Volkes. 19. Auflage, Berlin 1898. Seite 41.
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