mit Kind und Kegel
Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer. Schriftlich bezeugt seit 1806.
Bedeutung
- [1]umgangssprachlich: alles mitnehmend (auf eine Reise, bei einem Umzug, zu einem Besuch oder Ähnlichem)
- [2]umgangssprachlich: mit der ganzen Familie
Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.
So wird sie gebraucht
[1, 2]Hoffentlich kommt der hier nicht mit Kind und Kegel angereist!
Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.
Überlieferte Fassungen
Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.
- Deutsch
- Mit Kind und Kegel.
- Für Würzburg: Sartorius, 168.
Herkunft und Erläuterung bei Wander
„Vnd hat doch weder Kegl noch Kindt“. ( Ayrer, I, 112, 3. ) „Sich weder vmb Kind noch Kegel, Hausshaltung noch Küche, Kammer vnd Kirche annehmen.“ ( Mathesy, 262 a . ) „Se is zur huchzet gefohren und haut Kind und Kegel mit genummen.“ ( Keller, 171. ) Der Ursprung der Redensart ist schwer zu erklären, die Bedeutung des Wortes Kegel war schon im 17. Jahrhundert verloren. Erst Adelung setzt bestimmt für „Kind und Kegel“ an: eheliche und uneheliche Kinder oder die ganze Familie. Nach dem Volksausdruck „Kegelschieben“ für beischlafen, will man Kegel als eine verhüllende Form für Penis nehmen. Mannhardt ( Zeitschrift für d. Mythologie, III, 107 ) nimmt Kegel geradezu als Bild des Phallus an. (Vgl. den Artikel Kegel bei Grimm, V, 389 fg. )
Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Kind“, Nr. 1160 — siehe unten bei den weiteren Fundstellen.
Seit wann sie belegt ist
Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1806 bei Paul, Jean, „Jean Pauls Sämtliche Werke: Historisch-kritische Ausgabe“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „mit Kind und Kegel“; das Korpus kennt sie an 17 Stellen.
Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.
Woher der Beleg stammt
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Kind“, Nr. 1225 (von Wander als Redensart markiert).
Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.
Weitere Fundstellen bei Wander
Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.
Band 2, „Kind“, Nr. 1204
- Deutsch · Altmark
Hê hat nich Kind un Kegel.
Beleg: Danneil, 100
Man sagt dort auch: He hat nich Hind nich Kind.
Wanders eigene Erläuterung, Band 2, Stichwort „Kind“.
Band 2, „Kind“, Nr. 1160
- Deutsch
Er hat weder Kind noch Kegel (oder: weder Kind noch Kacks).
Beleg: Braun, I, 1822 - Französisch
Il n'a ni enfans ni suivans.
Beleg: Kritzinger, 663 a - Niederländisch
- Hij heeft kind noch kraai (kuiken) te voeren. ( Harrebomée, I, 405 a. )
- Met zeil en treil.
Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt
- [1]Wikipedia: „Kind und Kegel“
- [1]Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, Stichwort „kegel“
- [1]DWDS — Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, Stichwort „Kegel“
Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.
Die deutschsprachige Wikipedia hat einen Artikel über diese Wendung: Kind und Kegel.
Wendungen mit demselben Bild
Gemeinsam ist das Wort, nicht zwingend die Bedeutung.
- das Kind im Mannegemeinsam: „Kind“
- Deutsch
- Englisch
- das Kind mit dem Bade ausschüttengemeinsam: „Kind“
- Deutsch
- Französisch
- Lateinisch
- Dänisch
- +1