redequell

Jede Angabe mit Beleg

es faustdick hinter den Ohren haben

Eine Redewendung: sie fügt sich in einen Satz ein und wird mitgebeugt. Wander führt sie 1867 als Redensart, mit einem Stern hinter der Nummer. Schriftlich bezeugt seit 1816.

Bedeutung

Bedeutungsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.

So wird sie gebraucht

Belegstellen aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Wo eine eigene Fundstelle angegeben ist, steht sie beim Satz.

Überlieferte Fassungen

Alle Fassungen stehen gleichrangig — die Reihenfolge ist die der Quelle, keine Wertung.

Herkunft und Erläuterung bei Wander

Von einem Menschen, der still und einfältig aussieht, zu seiner Zeit aber sich ganz anders zeigt. Die englischen Neger in Surinam sagen von einem, der es hinter den Ohren hat, wenn er auch aussieht, als könne er nicht auf drei zählen: Sein Mund ist leer, aber er führt Dinge aus. ( Wullschlägel. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Ohr“, Nr. 172 — siehe unten bei den weiteren Fundstellen.

Seit wann sie belegt ist

Die älteste Fundstelle im Deutschen Textarchiv steht im Jahr 1816 bei Tieck, Ludwig, „Phantasus: Eine Sammlung von Mährchen, Erzählungen …“. Gesucht wurde nach der Wortfolge „es faustdick hinter den Ohren haben“; das Korpus kennt sie an 3 Stellen.

Deutsches Textarchiv (DTA), Korpus unter CC BY-SA 4.0. Das ist der älteste Fund in DIESEM Korpus — es reicht bis etwa 1600 zurück und ist eine Auswahl. Die Wendung kann älter sein.

Woher der Beleg stammt

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5, Leipzig 1867–1880. Stichwort „Faustdick“, Nr. 3 (von Wander als Redensart markiert).

Digitalisat: Deutsches Textarchiv, TEI-XML. Das Werk ist gemeinfrei. Wanders eigene Fundstellen stehen bei den einzelnen Fassungen.

Weitere Fundstellen bei Wander

Verwandte Sprüche aus demselben Werk — mit eigener Nummer, eigenen Fassungen und eigener Fundstelle.

Band 3, „Ohr“, Nr. 103

Band 3, „Ohr“, Nr. 172

Band 3, „Ohr“, Nr. 193

In Pommern: De is nog achter de Ôren nig drôg. ( Dähnert, 338 b . ) Von einem jungen Menschen, der sich altklug geberdet und naseweis in Dinge hineinredet, die er nicht versteht. ( Frommann, VI, 355. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Ohr“.

Band 3, „Ohr“, Nr. 235

„Er hat sich mein Gesuch recht hinters Ohr geschrieben, drum ist es ihm auch stets unleserlich geblieben.“ ( Witzfunken, III a , 44. )

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Ohr“.

Band 3, „Ohr“, Nr. 278

Reue über einen begangenen Fehler, Unwillen über einen Verlust zu erkennen geben.

Wanders eigene Erläuterung, Band 3, Stichwort „Ohr“.

Worauf sich die Bedeutungsangabe stützt

Nachweise aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0. Die Ziffer ist die Nummer der Bedeutung oben; [*] steht dort für einen Nachweis ohne feste Zuordnung.

Wendungen mit demselben Bild

Gemeinsam ist das Wort, nicht zwingend die Bedeutung.