Antiqua
Verzeichnet schon in Meyers Konversations-Lexikon von 1888.
Was sie ist
Antiqua (lateinisch antiquus ‚alt‘, ‚einstig‘) bezeichnet die Schriftgattung der ab 1470 für den Buchdruck entstandenen, gut lesbaren Satzschriften des lateinischen Alphabets mit Groß- und Kleinbuchstaben (Majuskeln und Minuskeln), die heutzutage die Standard-Schriftgattung für Mengentext in westlichen Sprachen ist. Diese Schriften kombinierten die römische Majuskelschrift mit der humanistischen Minuskelschrift (einer Buchschrift des italienischen Renaissance-Humanismus).
Kurzbeschreibung aus der deutschen Wikipedia, CC BY-SA 4.0.
Woher der Name kommt
[1] lateinisch antiqua „alte (Schrift)“; Femininum zu antiquus = „vorig, alt“ – Nebenform von anticus = „der vordere“, abgeleitet vom lateinischen ante = „vor“
Worauf sich die Angabe stützt: Wikipedia: „Antiqua“ · DWDS — Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, Stichwort „Antiqua“ · Wortschatz-Portal der Universität Leipzig, Stichwort „Antiqua“
Herkunftsangabe aus dem deutschen Wiktionary, CC BY-SA 4.0.
Was Meyers 1888 dazu schrieb
Antīqua, in der Buchdruckerei die im gewöhnlichen Leben als „lateinisch“ bezeichnete Schrift, wenn sie, gleich der deutschen Fraktur, gerade stehend, nicht liegend ist, in welch letzterm Fall sie (s. d.) genannt wird. In der französischen Typographie wird sie Romain, in der englischen Roman type genannt. Zuerst eingeführt, resp. der Schreibweise der Römer nachgebildet und an Stelle der Mönchsschrift in der Buchdruckerkunst verwandt wurde sie von (s. d.), Schriftschneider und Buchdrucker zu Venedig, während (s. d.), sein Vorgänger daselbst, noch die semi-gotische Type verwandte. (s. d.) verbesserte die Antiquatype und ließ nach und nach 14 Grade derselben schneiden; das von ihm 1495 in A. …
Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage (1885–1890), Seite 648. Gemeinfrei, über de.wikisource — Seite korrigiert.
Woher sie kommt
- Entstanden 1600
Angaben aus Wikidata, CC0 — eine Angabe Dritter, keine eigene Feststellung. Wo ältere Nachschlagewerke etwas anderes sagen, steht beides auf dieser Seite.
Im Fachbestand des Textarchivs
Auf solche Weise ward erstlich die grobe lateinische Schrift verfertiget, welche dannenhero Antiqva (die alte) heißt, und werden dergleichen alte gelöcherte Buchstaben allda zu Mayntz noch heutiges Tages den neuen …
Gessner, Christian Friedrich; Hager, Johann Georg, Die so nöthig als nützliche Buchdruckerkunst und Schriftgießerey, 1740, Seite 91 — die älteste Stelle im Textarchiv, an der die Schrift in einem Satz vorkommt und nicht bloss in einer Schriftprobe. Schreibung wie im Druck.
- 33 Fundstellen in Die so nöthig als nützliche Buchdruckerkunst und Schriftgießerey, 1740 — Gessner, Christian Friedrich; Hager, Johann Georg
- 14 Fundstellen in Der so nöthig als nützlichen Buchdruckerkunst und Schriftgießerey, 1740 — Gessner, Christian Friedrich
- 12 Fundstellen in Der so nöthig als nützlichen Buchdruckerkunst und Schriftgießerey, 1741 — Gessner, Christian Friedrich
- 6 Fundstellen in Der so nöthig als nützlichen Buchdruckerkunst und Schriftgießerey, 1745 — Gessner, Christian Friedrich
Gezählt im Deutschen Textarchiv (CC BY-SA 4.0), und nur in Werken über Buchdruck und Schriftgiesserei — ohne diese Einschränkung liefert die blosse Wortsuche das falsche Wort: für Rotunda ein Kräuterbuch von 1656, für Antiqua ein lateinisch betiteltes Werk von 1614. Das ist kein Erstbeleg. Es sagt, wie oft die Schrift in dem Fachwerk vorkommt, das im Korpus liegt — nicht, seit wann es sie gibt.
Wozu sie gehört
- Schriftart
- Serifenschrift
Weiter im Bestand
Aus derselben Gruppe: Karolingische Minuskel